Katzenkrankenversicherung: Sinnvoll oder überflüssig?

Katze wird operiert

Eine Operation kann richtig ins Geld gehen – Foto: dimaberkut / depositphotos.com

Angesprochen auf die Frage, welche Verpflichtungen durch die Haltung einer Katze für den Besitzer entstehen, werden viele Menschen mit der naheliegenden Antwort „Futter kaufen und Katzentoilette säubern“ antworten. Das ist natürlich richtig und unerlässlich, doch kommen noch weitere Aufgaben auf diese Katzenhalter zu. Eine davon wäre, wie mit einem Krankheitsfall des Vierbeiners umgegangen werden soll. Denn auch die lieben Samtpfoten werden von Zeit zu Zeit krank, erleiden Unfälle oder bedürfen aus einem anderen Grund einer Behandlung durch den Tierarzt. Das Honorar für die Behandlung kann dabei erschreckend hoch ausfallen und den Katzenhalter durchaus in finanzielle Bedrängnis bringen. Deshalb ist es sinnvoll, über den Abschluss einer Katzenkrankenversicherung nachzudenken.

Dieser Ratgeber macht es sich zur Aufgabe erste Informationen bereitzustellen und dadurch die Wahl der Krankenversicherung für Ihre Katze zu erleichtern. Im Folgenden werden nun die Vorteile eines Versicherungsabschlusses, die nötigen Voraussetzungen, die das Tier bei Versicherungsabschluss mitbringen muss, sowie die verschiedenen Arten von Katzenversicherungen besprochen. Es wird geklärt, ob und wie der Vierbeiner im Ausland geschützt werden kann und mit welchen Kosten für die Katzenkrankenversicherung zu rechnen ist. Übrigens hilft ein unabhängiger Vergleich der Katzenkrankenversicherungen dabei, einen schnellen Überblick über die Kosten zu erhalten und den günstigsten Tarif zu finden.

Über die Vorteile einer Katzenkrankenversicherung

Eine Versicherung für die Hauskatze abzuschließen, scheint auf den ersten Blick ein unnötiger Luxus moderner Gesellschaften zu sein. Bei genauerer Betrachtung ist es jedoch genau umgekehrt: Keine Krankenversicherung für die Katze abzuschließen heißt entweder, man macht sich darüber keine Gedanken, oder man ist finanziell gut aufgestellt. Denn die Gründe die Dienste eines Tierarztes in Anspruch nehmen zu müssen sind vielfältig. Besonders junge Kätzchen neigen zu waghalsigen Abenteuern, die durchaus auch Verletzungen hervorrufen können. Neben dem Unfallrisiko bestehen jedoch auch noch andere Gefahren: Krankheiten, Impfungen, und Operationen können aus den unterschiedlichsten Gründen notwendig werden.

Die Kosten für diese Leistungen steigen dabei seit Jahren kontinuierlich an und werden vom Tierarzt mittels der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) verrechnet. Je nach Schwere oder Intensität wird der ein-, zwei- oder dreifache Satz der gesetzlichen Richtlinien im Honorar verrechnet. Der Wunsch, dem kranken Tier zu helfen, kann so schnell in einer schwer zu überwindenden Kostenfalle enden. Aus diesen Gründen ist der Abschluss einer Katzenkrankenversicherung zu empfehlen, da so mit einem kleinen monatlichen Beitrag die Gesundheit des Tieres gewahrt bleiben kann und der Besitzer dies auch finanzieren kann.

Welche Voraussetzungen sollte die Katze bei Versicherungsabschluss erfüllen?

Generell gilt, dass der Vierbeiner bei Versicherungsabschluss zwischen zwei Monaten und sieben Jahren alte sein sollte. Je jünger die Katze ist, desto geringer ist in der Regel auch die Versicherungsprämie. Sollte das Tier diese Altersgrenze bereits überschritten haben oder an einer Vorerkrankung leiden, so sollte dies bei Versicherungsabschluss ehrlich angegeben werden. In der Regel schnüren die Versicherungsträger für diese Fälle ebenfalls ein Versicherungspaket, jedoch zu höheren Beiträgen. Falsche Angaben oder bewusstes Verschweigen seitens des Besitzers führen hingegen zu einer sofortigen Ungültigkeit des Vertrages.

Viele Menschen fragen sich zudem, ob der Versicherungsschutz auch für Freigänger-Katzen gegeben ist. Gerade diese Tiere sind besonderen Gefahren und dadurch einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Obgleich eine gute Katzenerziehung den Vierbeiner vor einigen Schäden bewahren kann, bleiben die Gefahren in freier Natur bestehen. Die Kosten für die Behandlungen von Kampfverletzungen, oder von Vergiftungen durch Pflanzen, sowie für Operationen nach einem Unfall können sich schnell im vierstelligen Bereich bewegen. Genau aus diesen Gründen ist den Besitzern von Freigänger-Katzen eine Versicherung für ihren Vierbeiner besonders zu empfehlen und wird selbstverständlich angeboten. Der Versicherungsschutz für Freigänger ist auch nicht nennenswert teurer, weshalb getrost auf die Angabe falscher Informationen verzichtet werden kann.

Welche Möglichkeiten der Versicherung gibt es?

Die Leistungen, die eine Katzenkrankenversicherung erbringt, sind vielfältig. So können verschiedene Tarifpakete gebucht werden. Generell wird unterschieden zwischen Krankenversicherungen und Operationsversicherungen für Katzen. Erstere ist zu vergleichen mit einer Krankenversicherung für Menschen. Notwendige Untersuchungen bei Krankheiten, Medikamente, Therapien und gegebenenfalls auch die Kosten für Impfungen werden übernommen. Viele Katzenkrankenversicherungen schließen Operationskosten mit ein, doch kann eine solche auch separat gebucht werden. Dies wäre dann zu vergleichen mit einer Unfallversicherung. Der Versicherungsträger übernimmt in diesem Fall die Kosten für eine anstehende Operation, aber keine anderen in Anspruch genommenen Leistungen.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Betreuungsversicherung dar. Diese gewährleistet die Betreuung des Haustiers, wenn der Besitzer dazu nicht in der Lage ist. Sollte der Besitzer also verreisen oder aufgrund von einer Krankheit selbst für einige Zeit der Fürsorge nicht nachkommen können, so wird dies durch die Versicherung übernommen. Konkret bedeutet dies, dass der Katze beispielsweise ein Platz in einer Katzenpension finanziert wird. Auch eine Auslandsversicherung für den Vierbeiner ist möglich. Dabei werden Tierarztleistungen übernommen, die nicht im Heimatland erbracht wurden.

Eine eigene Haftpflichtversicherung gibt es für Katzen hingegen nicht. Im Normalfall sind die Vierbeiner in der Haftpflichtversicherung ihres Besitzers bereits mitversichert. Diese Regelung unterscheidet sich von jener für Hunde oder Pferde. Der Grund dafür liegt darin, dass Katzen kleiner sind und deshalb nicht gesondert berücksichtigt werden. Im Ernstfall bedeutet dies jedoch nicht, dass die Haftpflichtversicherung den entstandenen Schaden auch zur Gänze übernimmt. Deshalb lohnt es sich, direkt bei der Anschaffung der Katze mit der Versicherung in Kontakt zu treten und dort direkt nachzufragen.

Welche Kosten entstehen bei Abschluss einer Katzenkrankenversicherung?

Da jede Katze einzigartig in ihrer Persönlichkeit und ihren Bedürfnissen ist, lassen sich die exakten Versicherungskosten nicht pauschalisierend vorherbestimmen. Generell liegen die Prämien zwischen 8 und 40 Euro monatlich. Wichtige Faktoren für die Berechnung sind dabei die Art des gewünschten Versicherungsschutzes, das Alter des Tieres, mögliche Vorerkrankungen und ob die Samtpfote die Möglichkeit zum Freigang hat oder nicht.

Ein Vergleich zwischen den unterschiedlichen Anbietern und den inkludierten Leistungen lohnt sich in jedem Fall, da des Öfteren Sonderleistungen für einen Vertragsabschluss angeboten werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Prämien zumeist mit dem zunehmenden Alter des Tieres steigen, da diese dann mehr und öfter von Krankheit betroffen sind. Es lohnt sich daher, sich auch mit dem Kleingedruckten auseinanderzusetzen und genaue Informationen einzuholen.

Gut zu wissen: Sollte bereits ein Vertragsabschluss stattgefunden haben und woanders ein günstigeres Angebot gefunden worden sein, so gelten die üblichen Kündigungsfristen. Diese liegen üblicherweise bei 12 Monaten. Das bedeutet, dass die Katzenkrankenversicherung jährlich zum Datum des Vertragsabschlusses hin beendet werden kann.

Zusammenfassung und Fazit

Es wurden nun die Vorteile des Abschlusses einer Katzenkrankenversicherung sowie die unterschiedlichen Arten und die möglichen Kosten für die Versicherung des Vierbeiners dargelegt. Ob und welche Art der Versicherung in Anspruch genommen wird, bleibt dabei individuell zu entscheiden. Ein direktes Nachfragen bei den verschiedenen Versicherungsanbietern oder auch beim Tierarzt kann helfen, die Offerte zu vergleichen und das richtige Angebot auszuwählen. Denn durch den richtigen Gesundheitsschutz für den Vierbeiner wird auch der Katzenhalter vor hohen Kosten geschützt. Ein harmonisches Zusammenleben zwischen Tier und Mensch kann durch eine Versicherung gewährleistet und auch im Ernstfall aufrechterhalten werden.