Natürlich ist eine solche Aufzählung immer eine Frage des persönlichen Geschmacks eines jeden Hundehalters, aber die nachfolgend genannten Rassen dürften europaweit zu den beliebtesten Kleinhunden gehören: Dackel, Pudel, Spaniel, Foxterrier, Beagle, französische Bulldogge, Chihuahua, Malteser, Yorkshire Terrier, West Highland White Terrier, Mops, Zwergschnauzer, Spitz und Shi Tzu. Im Prinzip zählen als kleine Hunderassen alle jene, die eine Schulterhöhe von 30cm nicht wesentlich übersteigen. Für Weiteres zu Hundethemen schauen Sie einmal auf Petou vorbei.

Was macht kleine Hunderassen so beliebt und eignen sie sich wirklich besonders gut als Familienhund?

Nun kleine Familienhunde haben gegenüber großen Hunden tatsächlich einige Vorteile. So benötigen sie natürlich weniger Platz, was in kleineren Wohnungen und bei der Mitnahme in Autos, Flugzeugen, der Eisenbahn etc. von Vorteil ist. Außerdem ist es schon ein Unterschied, ob ein 3-Kilogramm-Hund oder ein 30-Kilogramm-Hund an der Leine zieht, seinen Menschen vor Begeisterung und Übermut anspringt oder im Notfall auch einmal getragen werden muss, zum Beispiel weil er krank ist oder sich verletzt hat. Und schließlich spielen auch die geringeren Futterkosten für einen kleineren Hund eine Rolle.

Dass kleine Familienhunde aber leichter zu erziehen sind, einen geringeren Auslauf und weniger Pflege brauchen und sich besser mit Kindern verstehen, ist ein Irrtum. Ebenso wenig stimmt es, dass kleine Hunde verschmuster und verspielter sind als große. Ein kleiner Terrier, dessen Vorfahren zur Rattenjagd gezüchtet wurden, ist trotz seiner geringen Größe alles andere als ein Schoßhündchen, ein Dackel,von Natur aus auch Jagdhund und ein eigensinniger sturer kleiner Kerl dazu, ebenso wenig. Es kommt in erster Linie nicht auf die Größe, sondern auf die Rasse und natürlich auch auf die Erziehung und Haltung an, ob ein Hund sich als Familienhund gut oder weniger gut eignet.

Welche Eigenschaften sollten geeignete kleine Familienhunde haben?

Auch diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Schließlich ist nicht jede Familie gleich und auch die Lebensbedingungen sind unterschiedlich. Gibt es kleinere Kinder oder Senioren in der Familie? Ist die Familie viel unterwegs? Mag sie besondere Sportarten oder pflegt besondere Hobbys? Wo und wie wohnt sie? Ist ein Grundstück oder Garten vorhanden? Welche anderen Haustiere gibt es?

Grundsätzlich eignen sich als Familienhund Rassen, die ein eher niedriges Aggressionspotential, keinen großen Hüte-oder Schutztrieb und eine möglichst hohe Reizschwelle haben, relativ unempfindlich gegen Schmerzen sind und ein ausgeglichenes Temperament besitzen. Sehr sensible Hunde können in sehr turbulenten Familien schnell überfordert sein und kaum zur Ruhe kommen. Hunde mit ausgeprägten Schutztrieb können dazu neigen, die eigenen Kinder im Spiel vor fremden Kindern „beschützen“ zu wollen, Hütehunde ihrer Natur nach den Drang haben, auch die menschlichen Hausgenossen zu „hüten“. Das kann sehr stressig für Halter und Besucher, aber auch für den Hund werden. Außerdem sollten Familienhunde möglichst wenig dazu neigen, nur eine einzige Bezugsperson (einen Rudelchef) anzuerkennen und zu tolerieren.

Sie sollten möglichst keinen besonders ausgeprägten Bewegungsdrang haben, weil täglich mehrstündliche Spaziergänge im Familienbetrieb einfach zeitlich oft nicht zu realisieren sind. Dafür ist es günstig, wenn kleine Familienhunde gerne und ausdauernd spielen, sich auch ohne Probleme anfassen und knuddeln, manchmal auch in ihrer Ruhe stören lassen. Es gibt sowohl größere als auch kleine Hunderassen, die die gewünschten Eigenschaften von Natur aus mitbringen. Und wenn dazu noch eine gute Erziehung kommt, werden alle Familienangehörige gleichermaßen viel Freude am vierbeinigen Familienmitglied haben. Eines sollte aber immer klar sein. Auch der niedlichste kleine Hund ist kein Spielzeug, sondern ein Lebewesen, eine Persönlichkeit. Er wird hoffentlich viele Jahre in der Familie leben, Aufmerksamkeit, Liebe und Verantwortung fordern, aber auch Mühe und Kosten verursachen. Trotzdem ist die Entscheidung für einen Familienhund eine gute Entscheidung.

Der Hund aus dem Tierheim oder der Pflegefamilie

Kleine Familienhunde sind natürlich nicht nur Rassehunde, sondern auch kleine Mischlinge. Oft vereinen diese Tiere die Vorteile verschiedener in ihnen vertretener Rassen, sind besonders robust und nervenstark. Eine Möglichkeit, den passenden kleinen Familienhund zu finden ist auch ein Besuch im Tierheim. Hier warten viele Hunde auf „ihre“ Menschen, auf eine liebevolle Aufnahme in einer Familie. Einem solchen Hund ein Zuhause zu bieten, gibt ihm nicht nur eine zweite Chance sondern hat auch noch einen besonderen Vorteil: Die ganze Familie kann den neuen Hausgenossen, bevor er ins Haus kommt, in aller Ruhe bei Besuchen kennen lernen, mit ihm spazieren zu gehen, ihn vielleicht sogar erst einmal auf Probe zu übernehmen. So lässt sich feststellen, ob das Miteinander wirklich gut funktioniert.